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Wunden versorgen: Erste Hilfe für eine schnelle Heilung

Rotes Erste-Hilfe-Set mit Medikamenten, Verbandmaterial und Sprühflasche auf einem weißen Tisch

© Maksim AdobeStock 1442464658

Wunden passieren im Alltag schnell. Mit der richtigen Reinigung, der passenden Wundauflage und einem Blick auf die Tetanus-Impfung im Impfpass lassen sich Infektionen verhindern und die Heilung beschleunigen. Hier gibt es einfache Tipps für die Wundversorgung und wichtige Hinweise, wann der Gang zum Arzt unausweichlich ist.

Die wichtigsten ersten Schritte bei der Wundversorgung

Wenn die Haut verletzt ist, steht die Reinigung an erster Stelle. Jede Wunde sollte zuerst sauber versorgt werden. Eine saubere Wunde verheilt besser und reduziert das Risiko einer Infektion.

Die wichtigsten ersten Schritte:

  • Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen oder desinfizieren
  • wenn vorhanden, Einmalhandschuhe anziehen
  • Wunde nicht mit bloßen Fingern berühren
  • groben Schmutz vorsichtig mit klarem, lauwarmem Trinkwasser ausspülen
  • tief sitzende Splitter oder Steinchen nicht selbst herausziehen, sondern Arzt aufsuchen

Nach der Reinigung gehört ein passendes Wunddesinfektionsmittel auf die Wunde. Dieses lässt sich zum Beispiel als steriles Wundspray in der Apotheke erwerben.

Feuchte oder trockene Wundheilung – was ist besser?

Je nach Grad der Verletzung kann sich die Wahl der richtigen Wundauflage unterscheiden. Bei offenen Wunden lohnt es sich, auf feuchte Wundheilung zu setzen. Die feuchte Wundversorgung unterstützt die Heilung der Wunde optimal, indem sie die Zellerneuerung optimiert und einer Austrocknung der Wundränder sowie Schorfbildung entgegenwirkt. So bleiben die empfindlichen Zellen geschützt und es bilden sich weniger Narben.

Viele moderne Pflaster und Kompressen halten die Wunde leicht feucht und schaffen damit die besten Heilungsbedingungen.

Bevor die Wunde mit einem sterilen Pflaster oder Verband abgedeckt wird, ist es ratsam, sie vorab leicht trocken zu tupfen. Kleinere Schürfwunden heilen auch ohne Abdeckung oder mit einem einfachen Pflaster. Bei größeren oder nässenden Wunden bieten spezielle Wundauflagen besseren Schutz. Die Auflage muss regelmäßig gewechselt werden. Sie darf dabei keinesfalls festkleben.

Unterschiedliche Wunden und ihre Versorgung

Schnitt- und Platzwunden

Schnittwunden bluten anfangs oft stark. Das ist ein natürlicher Reinigungsmechanismus und hilft dabei, kleine Schmutzpartikel auszuspülen. Stoppt die Blutung nicht von allein, kann mit einer sterilen Kompresse Druck für fünf bis zehn Minuten ausgeübt werden. Sehr tiefe oder große Schnittwunden, zum Beispiel am Kopf, gehören stets zum Arzt. Möglicherweise muss die Verletzung geklebt oder genäht werden.

Platzwunden entstehen häufig bei einem Sturz. Die Wundränder sind dabei unregelmäßig. Um tiefer liegende Schäden auszuschließen, ist eine ärztliche Kontrolle sinnvoll.

Schürfwunden

Auch Schürfwunden zieht man sich häufig bei Stürzen zu. Die Haut ist dabei oberflächlich aufgeschürft und schmerzt oft stark, da Nervenenden frei liegen. Schürfwunden müssen ausreichend gereinigt werden, denn häufig sitzen Schmutz oder Steinchen in der Wunde fest. Nach der Desinfektion hilft ein feuchtes Pflaster oder eine sterile Kompresse.

Verbrennungen

Kleinere Verbrennungen kühlt man sofort unter fließendem, lauwarmem Wasser, um die Schmerzen zu lindern. Das jedoch höchstens für fünf Minuten. Größere oder sehr tiefe Verbrennungen und solche mit Blasenbildung müssen unbedingt von einem Arzt versorgt werden. Zudem gehören Hausmittel wie Butter niemals auf die verbrannte Haut.

Stich- und Bisswunden

Stichwunden, zum Beispiel beim Auftreten auf Nägel oder Glas, wirken manchmal harmlos, können aber tief reichen. Diese Wunden sollten immer vom Fachmann begutachtet werden.

Das gilt auch für Biss- und Kratzwunden durch Tiere. Hier besteht ein hohes Infektionsrisiko und die Wunde muss professionell gereinigt und desinfiziert werden. Denn jede offene Wunde ist ein potenzielles Eintrittstor für Keime wie Erreger des Wundstarrkrampfs (Tetanus). Je nach Impfstatus ist eine Tollwutvorsorge oder die Auffrischung der Tetanus-Impfung erforderlich. Das ist besonders der Fall, wenn die letzte Impfung länger als zehn Jahre her ist.

Starke Blutungen stillen

Stark blutende Wunden brauchen sofortige Hilfe. Dabei sollte die Wunde mit einer sterilen Kompresse abgedeckt und ein Druckverband angelegt werden. Dazu die Kompresse mit einer Mullbinde umwickeln, einen Druckkörper darauflegen und die Binde straff zu Ende wickeln. Die betroffene Körperstelle sollte außerdem leicht erhöht gelagert werden. Anschließend sofort einen Arzt aufsuchen.

Wenn sich die Blutung nicht stillen lässt oder die betroffene Person in einen Schockzustand fällt, muss der Rettungsdienst (112) verständigt werden.

Wann also zum Arzt?

Ärztliche Hilfe ist sinnvoll, wenn:

  • die Blutung nicht stoppt
  • die Wunde sehr groß, tief oder stark verschmutzt ist
  • die Wunde am Gesicht, Kopf, am Gelenk oder an empfindlichen Stellen liegt
  • Anzeichen einer Entzündung auftreten (starke Rötung, Schwellung, Eiter, pochender Schmerz oder Fieber)
  • der Tetanus-Schutz unklar ist
  • Biss-, Stich- oder stark verunreinigte Wunden vorliegen
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