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Babyhaut pflegen: Alles Wichtige im ersten Lebensjahr

Creme wird auf die Haut eines Babys aufgetragen.

© Valeriia AdobeStock 339931936

Babyhaut ist weich und glatt, aber auch sehr empfindlich. Schon kleine Reizungen können Rötungen, Trockenheit oder Irritationen auslösen. Gerade frischgebackene Eltern fragen sich daher, was die Haut ihres Neugeborenen wirklich braucht. Welche Pflegeprodukte sind geeignet? Einmal wöchentlich oder täglich baden? Und vor allem, wie viel ist zu viel des Guten?

Babyhaut braucht nur wenige Produkte

Während der Schwangerschaft lag die Haut des Fötus geschützt im Fruchtwasser. In den ersten Lebensmonaten muss sie erst lernen, mit Luft, Kleidung und anderen Umweltreizen umzugehen. Das liegt daran, dass die Hautbarriere bei Säuglingen noch nicht vollständig ausgebildet ist. Die äußere Hornschicht ist dünner, der schützende Fettfilm schwächer und auch der natürliche Säureschutzmantel muss sich erst entwickeln.

Babyhaut verliert dadurch viel schneller an Feuchtigkeit, reagiert aber auch sehr sensibel auf Reibung, Temperatur oder Inhaltsstoffe von Pflegeprodukten.

Wird die Haut des Säuglings zu häufig gewaschen oder mit vielen Produkten behandelt, können Lipide, die normalerweise wie eine fettende Schutzschicht wirken, unnötig entfernt werden. Intensive oder zu viele Pflegeprodukte schwächen die Haut und machen sie so anfälliger für Keime und Hautprobleme.

Für gesunde Babyhaut reichen oft schon:

  • lauwarmes Wasser für die tägliche Reinigung
  • milde, seifenfreie Waschemulsionen (Syndets) bei Bedarf
  • eine parfümfreie Creme oder Hautpflegelotion (Öl-in-Wasser-Emulsionen)
  • eine Wundschutzcreme für den Windelbereich

Aus dermatologischer Sicht eignen sich zudem nur Produkte mit möglichst wenigen Inhaltsstoffen. Duftstoffe, ätherische Öle oder Babypuder mit Talkum können reizen und sind somit ungeeignet.

Baden ja, aber mit Maß

Baderituale gehören zu den schönsten Pflegeroutinen. Viele Babys genießen die Wärme und machen beim Planschen ihre ersten aktiven Spielerfahrungen. Für die zarte Säuglingshaut ist tägliches Baden jedoch nicht zu empfehlen. Ein bis zwei Bäder pro Woche sind völlig ausreichend. Als tägliche Reinigung genügt sanftes Abtupfen mit einem feuchten Waschlappen.

Zu häufiges Baden trocknet Babyhaut aus und auch die Dauer und Badetemperatur müssen im Blick behalten werden. Neugeborene dürfen 5 bis maximal 10 Minuten gebadet werden. Ein älteres Baby kann auch etwas länger planschen, jedoch nicht mehr als 20 Minuten. Ideal ist eine Wassertemperatur von 37 °C, die Raumtemperatur sollte ca. 23 °C betragen. Das stellt sicher, dass die Hautbarriere möglichst stabil bleibt. Wer mag, kann dem Badewasser ein wenig Mandelöl beimischen.

Nach dem Baden wird die Babyhaut nur sanft abgetupft. Starkes Rubbeln reizt sie zu stark. Beim Speichern von Feuchtigkeit kann eine leichte Feuchtigkeitscreme unterstützen, gerade dann, wenn der Säugling zu Trockenheit neigt.

Wickeln und Windeldermatitis

Im Windelbereich ist die Haut des Babys besonders empfindlich und braucht gezieltere Pflege. Um eine Windeldermatitis mit wundem Babypo zu verhindern, ist ein regelmäßiger Windelcheck wichtig. Besser ist es, einmal öfter zu wechseln als zu wenig. Das warme, feuchte Klima durch Urin und Stuhl weicht die Haut im Genitalbereich schneller auf und schwächt sie. Besonders Enzyme aus dem Stuhl können die Schutzbarriere stark reizen.

Nach dem Stuhlgang sollte das Gesäß regelmäßig gründlich mit lauwarmem Wasser und einem weichen Waschlappen gereinigt werden. Eine Wundschutzcreme mit Zink kann auf Rötungen oder empfindliche Haut dünn aufgetragen werden. Zink wirkt antibakteriell und hilft bei der Wundheilung. Außerdem darf das Baby nach dem Säubern auch mal kurz ohne Windel bleiben, um Luft an die gereinigte Haut zu lassen.

Augen, Nase und Ohren reinigen

Auch Augen, Nase und Ohren des Babys müssen unter die Lupe genommen werden. Als Grundsatzregel gilt aber: so wenig Eingriffe wie möglich.

Die Augen eines Babys können gelegentlich durch Tränenflüssigkeit oder kleine Verunreinigungen verkleben. Diese dürfen mit einem weichen Tuch oder Mulltupfer sanft entfernt werden, dabei von außen nach innen in Richtung Nase wischen.

Babys niesen häufig, um kleine Partikel aus der Nase natürlich zu entfernen. Ist die Nase stark verkrustet, kann der vordere Naseneingang vorsichtig mit einem feuchten Tuch gereinigt werden.

Die Ohren brauchen ebenfalls eher wenig Pflege. Ohrenschmalz hat eine wichtige Schutzfunktion. Es bindet Staub und hält den Gehörgang geschmeidig. Gereinigt werden müssen höchstens die äußere Ohrmuschel und die Haut hinter den Ohren.

Babyhaut vor Sonne schützen

Neben der üblichen Hautpflege spielt auch der Schutz vor Umwelteinflüssen eine wichtige Rolle. Besonders vor Sonnenstrahlung muss Babyhaut stets geschützt sein. Sie produziert nämlich sehr viel weniger Melanin, ein Pigment, das als natürlicher Schutzschild vor UV-Strahlen wirkt. Dermatologen raten deshalb, direkte Sonneneinstrahlung im ersten Lebensjahr möglichst zu vermeiden.

Am besten geschützt ist das Baby durch Schatten, luftige UV-Kleidung, Hüte mit Nackenschutz und Sonnentücher am Kinderwagen. Für unbedeckte Hautstellen kann zusätzlich eine mineralische Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor verwendet werden.

Suchen Sie nach der passenden Wundschutzcreme, mineralischem Sonnenschutz oder seifenfreien Waschlotionen für Ihr Baby? Wir in der Apotheke helfen Ihnen gerne dabei, die richtigen, sanften Pflegeprodukte für die zarte Haut Ihres Kindes zu finden. Sprechen Sie uns bei Ihrem nächsten Besuch einfach an!

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